Irish gal

F35#3

Es hat mir keine Ruhe gelassen. Dieser Eindruck beim letzten Besuch bei Rudi, die Collings war schon ausgewählt, als ich 10 Minuten mit einer Lowden S-25 verbracht habe.
So habe ich nächtelang im Netz nach für mich passenden (=bezahlbaren) Lowden-Gitarren recherchiert. TFOA hat ja eine Riesen-Auswahl, aber da war nichts für mich dabei (zu teuer, nicht die richtigen Hölzer).
Fündig geworden bin ich bei einem anderen holländischen Händler, der auch ein großes Lowden-Sortiment hat. Der Wil (Inhaber von Diamond Guitars) hat in seinem schönen Einfamilienhäuschen in einem gottverlassenen Kaff kurz hinter der Grenze einen kleinen Anbau mit reichlich lekkeren Gitarren. Außerdem ist er ein sehr netter Kerl. Bei Kaffee und Schnittchen konnte ich in aller Ruhe die umfangreiche Lowden-Sammlung durchprobieren.
Diese ist es am Ende geworden:

F35

Das ist eine 6 Jahre alte F 35, Decke aus Zeder, Korpus aus indischem Palisander. Sie klingt transparent und filigran und hat ein sehr schönes Sustain. Nicht umsonst werden Lowdens oft auf DADGAD gestimmt, da kommt der orchestrale Klang sehr gut zur Geltung. Strumming geht auch, hat dann aber nicht diese Dichte, die die Collings und noch mehr die Gibson bietet.

F35#2
Ich bin im Moment noch in der Gewöhnungsphase an diese Gitarre. Das Griffbrett und der Saitenabstand am Steg sind etwas breiter, und der Korpus ist dicker als bei einer OM.  Die Gitarre ist auch dynamischer, für einen gleichmäßigen Klang muss man sich mehr anstrengen. So ist der erste Griff nach der Arbeit oder Sonntag morgens der zur Collings. Diese liegt mir irgendwie mehr, vom Handling her und vor allem vom Sound. Möglich, dass das irische Mädchen irgendwann wieder geht. Eine Mahagoni-OM könnt’ mir noch gefallen…

F35#4

[Update] Ich habe die Lowden gegen eine sehr gute Konzertgitarre getauscht.

Ende der Fahnenstange

Der Plan ist ja seit letztem Jahr, die Gitarrensammlung zu verkleinern bzw. zu konsolidieren. Weg von Quantität, hin zu Qualität. Der Anfang war die J-45 vor einem Jahr.
Im letzten Herbst war ich dann das erste Mal in Bergentheim bei Rudi (Fellowship of acoustics) und habe dort die bei ihm im Webshop gekaufte Stevens Baritone (was hat mich da eigentlich geritten?) gegen eine Larrivée OM-03RE getauscht. Ich hatte zuvor die Santa Cruz OM eines Freundes für ein paar Monate “zur Pflege” gehabt und wollte nun auch eine hochwertige Fingerstyle-Gitarre haben.
Die Larrivée ist eine gute Gitarre, keine Frage. Aber für mich nicht ganz die richtige: matte Lackierung, relativ breites Griffbrett (45 mm), klobiges Cockpit zur Bedienung des Pickups. Dafür war sie für mich damals bezahlbar. Aber natürlich war ich angefixt, nachdem ich bei Rudi noch einige andere Instrumente gespielt hatte.
Vor kurzem habe ich dann meine alte Tama Dreadnaught an einen Freund verkaufen können und bin mit der Larrivée im Kofferraum nach Holland gefahren. Nicht ohne zuvor ein gutes Dutzend Gitarren aus dem riesigen Sortiment ausgewählt zu haben. Und diese Gitarren habe ich dann eine nach der anderen getestet. Zusätzlich waren da ein oder zwei Instrumente von George Lowden, die ich so vorher gar nicht auf dem Zettel hatte und die mir die Wahl nochmals erschwert haben.
Hängengeblieben bin ich dann bei dieser Schönheit:
Collings OM-2H Collings OM-2H
im Koffer im Koffer
kein Rio, sondern "nur" ostindischer Palisander kein Rio, sondern “nur” ostindischer Palisander
Das ist kein Klavierlack, sondern tiefschwarzes Ebenholz. Das ist kein Klavierlack, sondern tiefschwarzes Ebenholz.
Die Collings OM-2H war von allen OMs (Martin, Santa Cruz, andere Collings, Lakewood, Vermeer) die mit der leichtesten Ansprache, den fettesten Bässen, dem silbrigsten Ton. Außerdem hat sie Headroom ohne Ende. Sie sieht toll aus und riecht sogar gut!
Eine bessere Fingerstyle- bzw. Allround-Gitarre werde ich für mich nicht finden.
Die Lowdens allerdings… das ist nochmal eine eigene Klangwelt, die mich auch noch interessiert…

Artenschutz für Gitarren?

Kurz, nachdem ich die Tama 12-string in einer Kleinanzeige zum Verkauf angeboten hatte, bekam ich eine Mail. Anonym. Inhalt:

Als Hinweis: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/cites/Info_Dalbergia_nigra.pdf

Dieses Dokument besagt, dass der Handel mit Rio-Palisander (Dalbergia nigra ist die botanische Bezeichnung) grundsätzlich verboten ist, auch von privat und auch innerhalb Deutschlands.
Es sei denn, man kann nachweisen, dass a) das Holz vor 1992 geschlagen wurde und b) das Holz vor 1992 in die EU eingeführt wurde. Dann darf man eine Vermarktungsbescheinigung beantragen. Veräußert man das Holz ohne diese Bescheinigung, macht man sich strafbar.

Nun hatte ich ein Problem: ich konnte zwar nachweisen, dass die Gitarre vor 1992 gebaut wurde (Bescheinigung von Ibanez Japan). Aber der Kauf damals bei eBay war nicht ganz koscher, auch wenn weder der Verkäufer noch ich als Käufer überhaupt von dem Holz wussten. Trotzdem, wenn’s ganz blöd gelaufen wäre, hätte die Gitarre beschlagnahmt werden können.
Zum Glück hatte ich es mit netten und wohlmeinenden Menschen hier im Amt zu tun und konnte so meine Tama 12-string aus der Illegalität befreien. Das Forum bei fingerpicker.de war hier eine große Hilfe!