Art & Lutherie

Es gibt mal wieder einen Neuzugang in meiner Gitarrensammlung:

AMI

Eine kleine Stahlsaitengitarre mit Gibson-Mensur (628mm), Zederndecke, Wildkirsch-Korpus, Ahorn-Hals, Palisander-Steg, Ebenholz-Sattel, handgebaut in Robert Godins Firma in Kanada.

AMIAMI

Bei dieser Gitarre habe ich zum ersten Mal etwas gegen die Stimmungs-Probleme, die den meisten Westerngitarren inhärent sind, unternommen. Das Problem tritt besonders bei den beiden oberen, blanken Saiten auf: wenn die leere Saite korrekt gestimmt wird, beispielsweise in einem E-Dur die H-Saite, dann klingt dieselbe Saite gegriffen, bspw. in D-Dur zu hoch. Stimmt man die H-Saite so, dass sie in einem D-Dur-Griff korrekt klingt, so wird sie als leere Saite zu tief klingen.
Nun gibt es für das Problem ja bereits Lösungen. Zum einen das Buzz-Feiten-System, das Korrekturen des Sattels und der Stegeinlage erfordert, die nur von autorisierten Gitarrenbauern vorgenommen werden dürfen und deren Details quasi „geheim“ sind. Zum anderen die Sättel der Firma Earvana, die auch vom Laien montiert werden dürfen. Es soll auch eine Version für Western-Gitarre geben, hierzulande ist da aber schwer dranzukommen.

Mein Gedanke war: wenn die gegriffen korrekt gestimmte Saite leer zu tief klingt, müsste der Auflagepunkt am Sattel weiter in Richtung Steg liegen. Um diese These zu überprüfen, habe ich mal kurz ein Stück Streichholz unter die beiden oberen Saiten geklemmt – und siehe da, es funktioniert! Natürlich ist so ein Streichholz viel zu weich, und so hört man dann auch, wenn man ganz genau hinhört, dass die beiden oberen Saiten leer etwas matter klingen als gegriffen. Das ist aber minimal. Viel schwerer wiegt die jetzt wesentlich besser passende Stimmung!
So werde ich denn demnächst mal den Gitarrenbauer meines Vertrauens um ein kleines Stäbchen aus Ebenholz bitten…

[Update]
Stäbchen besorgt, Fishman-Pickup eingebaut.

AMI
AMI

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