Archiv für den Monat: März 2011

Fender Telecaster JA-90

Zufällig beim Stöbern im Netz entdeckt, das Signature-Modell des mir bis dato unbekannten Gitarristen Jim Adkins. Eine bezahlbare Variante der Tele Jr., die es vor Jahren im Custom Shop gab.

Esche-Korpus im Thinline-Style (1 F-Loch), geleimter Mahagoni-Hals, Stop-Tailpiece/Tunomatic-Kombi, lange Fender-Mensur und zwei P90-Pickups vom geschätzten Seymour Duncan. Günstiger Preis bei schallquelle.de. Eigentlich hätte ich das Teil gerne vorher selbst in Augen- und Ohrenschein genommen, aber kein erreichbarer Laden hatte die am Lager. Also blind gekauft, dat Teil sieht einfach arschcool aus. Nach den wenigen YouTube-Clips zu urteilen, schien der Sound auch mehr als okay zu sein.

Optik: sehr glänzend und neu. Und sehr rot. Verarbeitung eingedenk des Herkunftslandes (Indonesien) OK. Kleine Unsauberkeit an der Halsrückseite, nix dramatisches. Schleifspuren und -Staub im F-Loch. Sonst tiptop. Die Gitarre „klingelt“ ganz gut, Fender-mäßig eben, die lange Mensur spielt hier wohl ne Rolle (oder auch der Esche-Korpus?).

Die P90s sind schon was Besonderes: eindeutig Singlecoil-Anmutung, also reichlich Draht im Ton, aber gleichzeitig haben die noch sowas rauhes, dreckiges, was sich auch im Zerrbetrieb sehr gut macht. Leider keine Brummfreiheit in der Mittelposition (nix RWRP, obwohl das in den Specs steht), aber so schlimm brummt die auch nicht, absolut im Rahmen, selbst mit zugeschalteter Ratte im Overdrive-Kanal.

Natürlich kam hier auch der Earvana-Sattel zum Einsatz, das Original hatte ohnehin eine zu hohe Saitenlage über dem ersten Bund. Um das Maß voll zu machen, habe ich noch ein Duesenberg Tremola incl. Rollensteg montiert.

Vintage Les Paul

Auf einem Trip nach München bin ich zufällig in einen kleinen Gitarrenladen reingestolpert, der gerade ne Art Ausverkauf laufen hatte. Ich war sowieso diffus auf der Suche nach einer Gibson-artigen Gitarre, ES oder SG oder eben Les Paul. Die hatten ne ganze Reihe dieser Vintage-Gitarren (das Label heisst so…). Nach britischen Vorgaben mit Wilkinson-Hardware versehene China-Klampfen.

Nach ungefähr einer Stunde und ca. 10 Gitarren hatte ich diese Les Paul gefunden, sie klang am rundesten und gleichzeitig am klarsten von allen. Der Preis war „heiss“, also habe ich zugegriffen. Im Hinterkopf hatte ich allerdings noch den Sound von P90-Pickups, vor allem den einer Vintage-SG aus dem Laden in München. Also habe ich, aus reiner Neugier, auch noch die P-Rails von Seymour Duncan geordert und eingebaut.

Das sind zweispulige Pickups in Humbucker-Größe, die jeweils eine P90-Spule und eine Fender-artige Singlecoil-Spule enthalten. Seriell verschaltet gibt das einen Humbucker (parallel geht auch, ist ebenfall brummfrei). Die PUs sitzen in speziellen Rahmen, die jeweils zwei Micro-Schalter beherrbergen, mit denen man zwischen seriellem Humbucker, parallelem Humbucker, Strat-Spule und P90-Spule umschalten kann. So ist das eine immer noch gut klingende, aber dafür sehr vielseitige Gitarre. Leider, wie viele Les Pauls, recht schwer.

Der Wilkinson-Hals-PU ist in der Squier JV Telecaster gelandet und macht sich dort deutlich interessanter als der doch relativ mumpfige Original-PU.