micro-mesh

Ich habe heute den Hals meiner J-45 einer Behandlung mit Micro-mesh unterzogen. Zuerst mit 1.800er, dann 2.400, 3.200, 3.600, 4.000, 6.000, 8.000 und schließlich 12.000er „Körnung“. Zwischendurch immer wieder den Hals mit einem feuchten Tusch abwischen, um den Schleifstaub zu entfernen. Ergebnis: Rückgang der Klebrigkeit des Halses um ca. 80-90%. Ganz weg ist es nicht, wäre es aber vielleicht, wenn ich, wie empfohlen wird, mit 1500er angefangen hätte. Erwähnenswert ist noch, dass der Hals mindestens genauso glänzt wie vorher. Klar, nach dem 1.800er ist er erstmal stumpf, aber nach dem 8.000er glänzt er wie vorher, das 12.000er bringt m. E. sogar noch ein bisschen mehr Glanz.

Fazit: empfehlenswerte Behandlung des sticky neck syndrome.

[Update 01.07.12] SNS is back. Das Ganze hat nicht lange gehalten. Inzwischen habe ich die Behandlung wiederholt, diesmal mit 1500er Papier am Anfang und nur bis 4000. Schon am nächsten Tag war der positive Effekt verschwunden.
Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt von SNS: der Daumen auf der Halsrückseite wird nicht nur gestoppt, sondern erzeugt dabei auch lästige Quietsch-Geräusche. Beim lauten Strumming kein Problem, subtileres Material aber wird gestört dadurch.

Es gibt jetzt noch drei Optionen, dem Problem Herr zu werden:

  1. warten, bis es von alleine weggeht (kann wohl bis zu mehreren Jahren dauern)
  2. dem Lack mit 0000er Stahlwolle zu Leibe rücken
  3. die Halsrückseite komplett entlacken

Die letzten beiden Optionen sind halt auch optisch nicht so erstrebenswert. Gibson hat das Mahagoni von Hals und Korpus nicht einfach klar lackiert, sondern einen fast deckenden braunen Lack genommen. Man müsste also wirklich die ganze Halsrückseite inkl. Halsfuß und Kopfplattenrückseite behandeln, damit kein störender Übergang entsteht und es einigermaßen aussieht.

Mich würde mal interessieren, wie weit verbreitet dieses Problem wirklich ist. Haben das alle Besitzer einer (neueren) Gibson-Gitarre? Hat das mit der Zusammensetzung des Handschweißes zu tun?

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