Archiv für den Monat: August 2012

Fritz!Box 7270

Ca. ein Jahr, nachdem ich meinen letzten Router gekauft habe (irgendwas von Cisco) und immernoch permanent unzufrieden war mit der Performance dieses und der vorhergehenden Router (rätselhafte Verbindungsabbrüche, Abstürze, schlechter Datendurchsatz), habe ich nun endlich die FritzBox gekauft, Modell 7270.
Das Ding hat nun alles: ADSL-Modem, Ethernet- und WLAN-Router, 4-Port 100MBit Switch, ISDN-Telefonanlage mit DECT-Basisstation und mehreren Anrufbeantwortern, analoge Telefonanschlüsse, Printer Sharing, NAS, FAX, Gastzugang, the whole package.
Da ich inzwischen auch alle Switche aus dem Heimnetz entfernt habe (von den 12 Ethernet-Dosen im Haus sind nur noch 4 aktiv, der Rest geht sowieso kabellos) und nun noch auf das bislang separate Modem verzichten kann, macht sich der Kauf durch gesparte Energiekosten auch ‚ein Stück weit‘ bezahlt. Der Router hat nämlich auch noch den sog. „Eco-Mode“, in dem die Prozessorleistung runtergefahren wird, wenn keine Verbindung anliegt.
Die Bedienung dieser zahllosen Features geschieht ganz komfortabel über eine wirklich gelungene Web-Oberfläche. Eine native Mac-App zur Bedienung ist nicht existent und auch gar nicht nötig. Die Einrichtung ist kinderleicht, es liegt ein Y-Kabel für den Anschluss an Splitter resp. ISDN-Box bei. Zusätzlich ist es möglich, Smartphones (iOS oder Android) über eine kostenlose App so in die Telefonanlage einzubinden, dass man ein oder mehrere zusätzliche Handgeräte mit der Möglichkeit der Festnetztelefonie hat. Die Anrufbeantworter verschicken bei Bedarf .wav-Files der eingegangenen Nachrichten an individuelle Email-Adressen. Remote-Zugriff ist möglich. Alles sehr komfortabel.
Im Net findet man in den Testberichten zu diesem Gerät immer wieder den schlechten Datendurchsatz erwähnt – für einen „n“-Router. Ich kann sagen, dass der Durchsatz um Längen besser ist als alles, was ich mit den letzten Routern erlebt habe (Cisco und davor lange Netgear). Das Apple TV zwei Etagen unter dem Router ist aber mit 100MBit-Kabel besser bedient…

J-45, gepimpt

Neinnein, keine Rallye-Streifen. Der Gitarrenbauer hat Stegeinlage und Sattel aus Knochen eingebaut. Das ist mir als Material viel sympathischer als das olle Plastik, was da vorher verbaut war (find ich bei ner 2000$-Gitarre ausgesprochen daneben).

Ausgetauscht habe ich auch die Stegpins, die ebenfalls aus Plastik waren. Mir ist klar, dass das jetzt schon ins Esoterische abdriftet, aber  es gibt ernstzunehmende Stimmen, die auch dem Material der Stegpins ein deutliche Beeinflussung des Klangs einer Akustikgitarre beimessen.

Bei meinen Recherchen zu dem Thema bin ich auf ein längeres Interview mit Larry Cragg gestossen. Larry Cragg ist seit 1976 der Gitarren- und Amptechniker von Neil Young. (Auf der DVD „Heart of Gold“ ist er in „Old Man“ am Banjo zu sehen und zu hören.) Der Typ ist ausserdem Sammler von Vintage-Akustikgitarren. In gewisser Weise also eine Autorität.

I’ m also really into bridge pins… water buffalo horn on the top three, ebony on the bass three. This is a really big thing that gets overlooked. The water buffalo horn really brings out the highs… you can hear it when you rattle them together – they go “Clink, clink, clink.” It’s like night and day.

Q: How did you discover this – just by endlessly screwing around with different bridge pins?

Yeah… me and Billy Gray – “Bud” on Father Knows Best – we were going to go into the bridge pin business at one time and he hand-turned some pins for me made from Cellanese-Fortrel. I stuck them into a 1952 Martin D18 a long time ago and what a difference it made. Neil used that guitar on all of Freedom. I tried all the combinations… you lose “oomph” with water buffalo on the bottom, but the combination of water buffalo and ebony is amazing. I sell hybrid sets that can be bought from our web site.

Das Interview kann man mit TQRSep06_Proof.pdf als Suchbegriff ergoogeln.

Nun habe ich mir bei eBay mal Pins aus Knochen, Büffelhorn und Ebenholz bestellt. Die Gibson hat jetzt die von Larry Cragg beschriebene Kombination aus Ebenholz für die Basssaiten und Horn für die Treble-Saiten. Die Tama 6-string bekommt auch diesen Satz. Bei der Art&Lutherie Ami Cedar tausche ich die oberen 3 gegen die Knochenpins, die Basssaiten bleiben beim Palisander.

Die Veränderung im Klang ist für mich unter den momentanen Bedingungen nicht wirklich eruierbar. Die J-45 hat schließlich zusätzlich noch Sattel, Stegeinlage und Saiten getauscht bekommen. In jedem Fall begeistert mich ihr Sound immer noch, vielleicht erkennt man einen Tick mehr Höhen, und die neuen Martin Lifespan Saiten fühlen sich für 12er sehr „slinky“, also weich an. Find ich gut.

Beim Sattel bin ich mir noch nicht sicher, ob die Saitenlage überm 1. Bund schon optimal (für mich) ist. Die im 1. Bund gegriffenen Töne auf E6, A5 und B2 sind auch messbar minimal „sharp“, was sich bei „Lagerfeuer-Akkorden“ (und genau die machen so viel Spass auf dieser Gitarre) schon ein wenig bemerkbar macht. Hier ist wahrscheinlich noch Tieferlegungs-Potenzial. Argument vom Meister: die Saiten graben sich über die Jahre noch ein, so hält der Sattel länger. Mal sehen, wie lange dieses Eingraben dauert…

Ansonsten ist die Gitarre toll eingestellt, kein Scheppern bei nach oben offener Dynamik, klasse.

Update Februar 2013: Die eigentlich ganz okay-en Grover Mechaniken habe ich gegen die famosen Gotoh 510-Tuner getauscht. Diese haben eine Untersetzung von 1:21 und sind damit die feingängigsten, die es momentan auf dem Markt gibt. Außerdem sind sie bei weitem nicht so klobig wie die Grovers. Achsdurchmesser und Schraubenlöcher passen 100%ig. Die originalen Flügel (mit „gealterter“ Gold-Oberfläche) passten aber optisch nicht so gut auf die Gibson-Kopfplatte und wurden daher von mir gegen Acryl-Flügel in Elfenbein-Optik getauscht.

Diese Gotoh-Mechaniken sind hier in Deutschland nur schwer zu bekommen, und wenn, dann sind sie richtig teuer. Ich habe bei eBay einen kanadischen Importeur gefunden, der weltweit liefert. Die Ware kommt dann direkt vom Hersteller aus Japan. Bezahlbar.

Die Buttons sind ebenfalls von eBay und kommen aus Taiwan.

Den Sattel habe ich „tieferlegen“ lassen, d.h. die Kerben sind jetzt etwas tiefer, was die Intonation in den ersten Lagen deutlich verbessert hat. Diese ist jetzt wirklich perfekt, und das immer noch ohne Schnarren.

So sieht sie jetzt also aus:
j45-gotoh510#4

Mit den Original-Gotoh-Flügeln:
j45-gotoh510#2

Rückseite:
j45-gotoh510#3