Archiv für den Monat: September 2016

Abgänge/Zugänge

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Bei den Gitarren hat sich ein bisschen was geändert. Die Santa Cruz habe ich endlich verkauft (ging innerhalb von 24h nach Posten der Anzeige) und dadurch ein bisschen Kapital freigemacht.

Ich hatte es gar nicht vor, aber dann ging alles ganz schnell, und ich habe eine wunderbare Albert & Müller S1 Ahorn gefunden und gekauft. Die DInger werden nicht mehr gebaut (die Firma hat sich aufgelöst) und sind dementsprechend selten. (Einziges kleines Manko: mit knapp 55mm sehr enges string spacing am Steg.)

Dann habe ich mich entschlossen, die Hanika wieder abzugeben, weil ich einfach zu selten darauf gespielt habe. Das hat größtenteils mit dem breiten Griffbrett zu tun. Inspiriert von Michael Sagmeisters Spiel auf einer Yamaha-Nylonstring wollte ich diesen Sound aber trotzdem irgendwie nicht missen. Nach ein wenig Recherche habe ich mich dann für eine Gitarre der Marke Cordoba entschieden, bin nach Wattenscheid gefahren und habe aus dem Sortiment von Beyer’s „meine“ Cordoba ausgesucht. In Asien gebaut, super verarbeitet, super Bespielbarkeit (48mm Sattelbreite, gewölbtes Griffbrett), super Klang, sehr gutes Tonabnehmersystem.

Einen Koffer für die Deerbridge 00 habe ich auch endlich gefunden.
[Edit]Der Warwick-Koffer passt doch nicht, auch er ist ein kleines bisschen zu flach. Einige Wochen später habe ich aber gebraucht einen Koffer von Ameritage Cases gefunden, der ein Santa Cruz-Label hat und der nun wirklich perfekt passt.
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Für die Deerbridge habe ich einen neuen Sattel gemacht (habe beim „Optimieren“ des Originals zu tief gefeilt …). Ist super geworden.

Bei der A&M habe eine neue Stegeinlage gemacht, mit etwas weiterem Saitenabstand (jetzt 60mm)

La Magnanerie

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Ich habe gerade eine Woche Jazz-Gitarren-Workshop in der Provence mit Michael Sagmeister hinter mir.

Der Ort: ein altes Gehöft auf dem Land (Céze-Schlucht), das in ein Hotel umgewandelt wurde. Mehrere Gebäude, viel Platz, ein schöner Innenhof, ein Pool, relativ rustikale Zimmer. Sehr nettes Personal. Praktisch alle Aktivitäten abgesehen von Schlafen und Unterricht fanden draußen statt.

Die Teilnehmer: insgesamt 18 Gitarristen unterschiedlichen Spiel-Niveaus. Mehrere von ihnen haben schon mehrfach an dem Workshop teilgenommen, einer war schon das 9. oder 10. Mal da! Bis auf mich und zwei andere Kollegen alle mit E-Gitarre (mehrere ES 335, eine L5, eine Sadowsky, eine Eastman, 2 Ibanez George Benson GB10, eine Höfner Verythin, 3 Les Pauls, eine Tele Cabronita, der Meister selbst spielt heuer FGN). Nebst Verstärkern (mehrere AERs, div. Fender Amps, ein Henderson Jazz Amp, zwei oder drei Yamaha THRs, ein oder zwei Roland Cubes). Ich hatte meine Collings OM 2H mit, die auf die Kollegen einen Riesen-Eindruck gemacht hat. Ich hatte auch den Vorteil, draußen immer der lauteste zu sein 😉

Viele hatten ihre Partnerinnen mitgebracht, von denen einige am gleichzeitig dort stattfindenden Gesangs-Workshop teilnahmen. (Die Dozentin Antonella D’Orio ist die Partnerin von Michael Sagmeister.)

Der Dozent: Prof. Michael Sagmeister, Lehrstuhlinhaber für Jazzgitarre an der Uni Frankfurt. Seit den 70er Jahren ist er in eigenem Namen und in Kollaborationen (u.a. mit Pat Martino, Larry Coryell, Philip Catherine, Billy Cobham, Jack DeJohnette, Dave Samuels, Randy Brecker, Miroslav Vitouš, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Volker Kriegel, Christoph Spendel, Christof Lauer, Attila Zoller, Emil Mangelsdorff, der hr-Bigband, William Kennedy, Gerry Brown) musikalisch aktiv, tourt weltweit und produziert regelmäßig CDs. Ein Praktiker also. Dass er auch Didaktiker ist, hat er während der Woche hinreichend unter Beweis gestellt. Sein Lehrkonzept ist zwar im Prinzip aus seinen Standardwerken bekannt, aber wenn man ihm direkt gegenübersitzt und ihm zuhört, ist das doch noch eindrücklicher. Er hat es auch gut verstanden, sich auf die doch recht unterschiedlichen Niveaus der Teilnehmer einzustellen. Darüberhinaus ist er ein sehr unterhaltsamer und witziger Zeitgenosse, der haufenweise Anekdoten aus der Champions-League des Jazz erzählen kann. (“Den Al Di Meola haben wir früher immer Zentrifugen-Santana genannt.”)

Der Tagesablauf bestand aus je 2h Unterricht von 10:00 bis 12:00 und von 16:30 bis 18:30, die übrige Zeit war zur freien Verfügung, natürlich auch zum Üben und Jammen mit den Kollegen. Abends wurde meist getrunken 😉 (Man muss dazu sagen, es war recht heiß dort…)

Am letzten Abend haben wir ein kleines Konzert organisiert. Zunächst haben einige Workshop-Teilnehmer etwas vorgespielt, danach folgte ein Konzert von Michael und Antonella. Ein wunderbarer Abend!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das für mich eine tolle Woche war, in der ich viele musikalische Anregungen bekommen und einige nette Leute kennengelernt habe. Fazit: unbedingt empfehlenswert!

Info: http://www.med-music-school.com/Workshops/jazz-gitarre.html