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…es scheint immer noch

Diesmal in Osnabrück. Fünf Jahre nach dem unvergesslichen Gig im Bunker betritt Torun Eriksens neue Band, die zur Hälfte die alte ist, die Bühne der Lagerhalle. Zum Glück noch dabei sind Kjetil Dalland, der expressive Bassist, und David Wallumrød, der umfassend bewanderte Rhodes- und Flügel-Spieler. Es fehlen die Sängerin, Saxofonistin und Flötistin Frøydis Grorud und Torstein Lofthus, der knuddelige Drummer vom letzten Mal. Neu sind Kjetil Steensnæs, A- und E-Gitarre und Drummer Anders Engen.

Die „neuen“ Songs klingen im Vergleich zum alten Material vor allem harmonisch etwas konventioneller, gefälliger. „This next song is … different.“ Die Songs der ersten beiden Alben erklingen gereift, in teilweise reduzierten, manchmal fast abstrahierenden Arrangements. Allerdings finde ich auch nach mehrmaligem Hören des neuen Albums die ersten beiden Alben besser, besonderer. Geschmackssache.

An der Basis hat sich so gut wie gar nichts geändert: sie weben warme, entspannte Grooves, in die Toruns Stimme perfekt eingebettet ist. Die Gitarre fügt sich ganz gut ein, auch in die alten Stücke. Es gibt wieder das wunderbare Gesang-Bass-Duett „I love a man“, Kjetil Dalland ist wirklich ein umwerfender Bassist. Nicht virtuos oder verfrickelt, sondern unterstützend, abwechslungsreich und sehr ausdrucksstark. Dank meines sehr guten Platzes konnte ich diesmal auch sehr gut die Arbeit von David Wallumrød würdigen. Ein toller Pianist.

Obwohl der Rahmen nicht ganz so superintim war wie im Bunker, gilt doch immer noch: diese Band versteht es, in unglaublich intimer und subtiler Weise auf der Bühne untereinander und mit dem Publikum zu kommunizieren. Sie sind ganz IN ihrer Musik. Wer hiervon nicht berührt ist, der hat ein Herz aus Stein.

Here comes the flood

Beim Stöbern im YouTube-Kanal von GuitarCenterTV bin ich über diesen Song von Peter Gabriel gestolpert. Ein Song, den ich ursprünglich von einem Solo-Album Robert Fripps (Exposure, 1979) kannte, und der in der „gereiften“ Version nicht minder ergreifend klingt.

Dagegen fällt die bombastische Original-Version von Peters erstem Solo-Album von 1977 doch ab. Am besten gefällt mir allerdings die nackte 79er Version mit den Frippertronics.

GuitarCenterTV hat überhaupt sehr unterhaltsame (und hochaufgelöste) Videos, z.B. von Derek Trucks, Jeff Beck, Paul Gilbert und anderen.
Was allerdings einen Pianisten und Sänger in einen Gitarrenladen verschlagen hat…

Punch Brothers

Habe mir gerade das neue Album der Punch Brothers angehört. Die Herren kommen vom Bluegrass, sind selbigem aber längst entwachsen. Ein genialer Mix von Pop, Swing, Rock, Kammermusik und ja, etwas Bluegrass ist auch drin. Eigentlich ein eigenes Genre. Das Ganze extrem virtuos dargeboten – instrumental wie vokal – dazu mit einer gehörigen Portion Groove.
Ich stehe auch total auf die minimalistische Herangehensweise, was die Aufnahme- bzw. Verstärkungstechnik angeht: ein bis zwei gute Mikros am Bühnenrand, der Rest ist Stellungsspiel. Just like in the old days.

Don’t Need To

(nicht so gute Audio-Qualität, Ton + Bild etwas asynchron, but boy, what a groove)

Alex

(Auszüge aus den Kommentaren:
heaven
Listen to this twice, and it will be forever stuck in your head.
I’m changing my name to Alex
sexiest thing i have ever seen.
Okay, WNRN – to which address should I send my firstborn child?
)

Keith Jarrett

Habe über den Dokumentarfilm „The Art Of Improvisation“ die Musik von Keith Jarrett neu für mich entdeckt. Das Solo-Zeug, die Sachen mit Gary Burton und das Über-Trio mit Gary Peacock und Jack DeJohnette. Was für ein großartiger Musiker. Man möchte hinzufügen: was für ein eingebildeter Kerl. Aber er kann es sich erlauben. Der Mann hat Unglaubliches geleistet. Ein großer Romantiker, Improvisator und Entdecker.