Die neue sprachliche Entsetzlichkeit ist zeitnah. Paart sich auch gern mit realitätsfern. Die zieren sich ja zu sagen, es wäre bescheuert, etwas nicht bald zu tun. Nein, es wäre realitätsfern, wenn dies nicht zeitnah geschehe. Haben sie eine etwas konkretere Vorstellung, machen sie sogar noch ein Zeitfenster auf. Da kommt aber keine frische Luft herein, weil sie einmal mehr bloß wirr daherplaudern. Die Börsenbuben, die den Ausblick wagen: in 2006. Die Wetterpropheten, die allemal den Mix aus Sonne und Wolken beschwören, da kann man nichts falsch machen, bei so einem Mix. Ich habe aber lieber DJ-Mixe, die sind besser gemixt. Die Experten in den Fernsehstudios, die auf die Frage der Nachrichtenmoderatoren, ob es sich bei dem brennenden Auto in Bremen um den Anfang vom Krawall und das Ende von Bremen und Deutschland handele, beispielsweise sagen, ja, wissen Sie, Krawalle können auch bei uns entstehen, ja, ja, und die Nachrichtenmoderatoren, die dann sagen: Danke für Ihre Einschätzung.
Hat jemand was gesagt?
Sie sprechen mir aus der Seele, Frau Paprotta!