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Tacoma Olympia OB3-CE

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Durch Zufall per Kleinanzeige gefunden. Ich wusste bislang gar nicht, dass Thomann auch eine Kleinanzeigen-Seite unterhält.

Es handelt sich um die Budget-(Asien-)Version des Tacoma Thunderchief, ein recht beliebter Akustikbass mit angeblich sehr voluminösem Sound. Auch über den Olympia ist im Netz eine Menge gutes zu lesen, allgemein heisst es, dass der Bass im Wortsinne sehr preiswert ist. Ein guter, relativ lauter Akustikklang wird da versprochen. Es gibt nur einen Nachteil: der Bass ist seit mindestens zwei Jahren nicht mehr erhältlich.

Obwohl die Anzeige schon ein paar Wochen alt war, war der Bass noch nicht verkauft. Über den Preis sind wir uns schnell einig geworden, ein passendes Gigbag und ein Satz La Bella-Saiten waren mit dabei.

Der Korpus ist komplett aus Sperrholz, Fichte für die Decke, Mahagoni für Boden und Zargen. Hals wieder Mahagoni, Griffbrett und Steg aus Palisander. Es ist ein Fishman Classic 4 Pickup/Preamp eingebaut.

Die Saiten, die der Vorbesitzer (hallo Joachim!) aufgezogen hatte, sind mit schwarzem Nylon überzogene Flatwounds (La Bella 760N). Mit denen klingt der Bass sehr weich und tatsächlich ein bisschen nach Hundehütte (Kontrabass). Die Bespielbarkeit war auch recht gut, allerdings war für meinen Geschmack die Saitenlage etwas zu flach. Nach einer Viertelumdrehung des Halsstabs war es dann auch möglich, fester anzuschlagen, ohne dass es schnarrte. Aber: richtig laut war das nicht, da hatte ich im Netz anderes gelesen.

Nun hatte ich etwas Zeit und zufällig noch einen Satz La Bella „Deep Talking Bass Strings“ (760FL) in der Schublade, auch Flatwounds, aber ohne Nylonstrümpfe. Nach dem Austausch ging jetzt aber die Sonne auf: gefühlt mindestens doppelte Lautstärke, mehr Bässe, mehr Definition, mehr Sustain. Kann mit einer nicht zu laut gespielten Westerngitarre mithalten, was für die meisten günstigen Akustikbässe eben nicht gilt. Ohne Amp geht da meist gar nichts.

Der Pickup liefert einen ganz ordentlichen Klang. Wenn man die Treble- und Brilliance-Regler ganz runterdreht. Brauchbar. Für mich ist der akustische Ton aber wichtiger.

Fazit: es lohnt sich, nach so einem Bass zu suchen, er ist jeden Euro wert.

[Update]Ich habe inzwischen mal die Flatwounds von Rotosound ausprobiert (Monel Flatwounds SM77). Diese sind vergleichsweise „bright“, im Neuzustand geradezu drahtig, auch ein wenig lauter als die La Bellas. Allerdings hat man auch mehr Fingergeräusche. Könnte auf einem Jazz Bass interessant sein, aber eher nicht so geeignet für den Akustik-Bass. Der klingt dann doch „bässer“ mit den wolligen La Bella Flats.