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Black Dub


Fast zu schön, um wahr zu sein: Daniel Lanois, der mit „The Beauty of Wynona“ eine der schönsten Platten ever gemacht hat, hat ein neues Projekt: Black Dub. Gesang: Trixie Whitley, der Tochter des leider viel zu früh verstorbenen, großartigen Chris Whitley (den Lanois damals „entdeckt“ hatte). Schlagzeug: Brian Blade, der mit „Fellowship“ eine von Daniel Lanois produzierte, ebenfalls großartige Platte gemacht hat, der in der Band von Joni Mitchell war und der wohl einer der besten Jazzschlagzeuger unserer Zeit ist. Bass: Daryl Johnson von den Neville Brothers. Den Clips bei YouTube nach zu urteilen, wird das eine geniale Platte sein. Kommt Ende Oktober raus.
Hier noch ein Clip von Trixie Whitley, solo:

…es scheint immer noch

Diesmal in Osnabrück. Fünf Jahre nach dem unvergesslichen Gig im Bunker betritt Torun Eriksens neue Band, die zur Hälfte die alte ist, die Bühne der Lagerhalle. Zum Glück noch dabei sind Kjetil Dalland, der expressive Bassist, und David Wallumrød, der umfassend bewanderte Rhodes- und Flügel-Spieler. Es fehlen die Sängerin, Saxofonistin und Flötistin Frøydis Grorud und Torstein Lofthus, der knuddelige Drummer vom letzten Mal. Neu sind Kjetil Steensnæs, A- und E-Gitarre und Drummer Anders Engen.

Die „neuen“ Songs klingen im Vergleich zum alten Material vor allem harmonisch etwas konventioneller, gefälliger. „This next song is … different.“ Die Songs der ersten beiden Alben erklingen gereift, in teilweise reduzierten, manchmal fast abstrahierenden Arrangements. Allerdings finde ich auch nach mehrmaligem Hören des neuen Albums die ersten beiden Alben besser, besonderer. Geschmackssache.

An der Basis hat sich so gut wie gar nichts geändert: sie weben warme, entspannte Grooves, in die Toruns Stimme perfekt eingebettet ist. Die Gitarre fügt sich ganz gut ein, auch in die alten Stücke. Es gibt wieder das wunderbare Gesang-Bass-Duett „I love a man“, Kjetil Dalland ist wirklich ein umwerfender Bassist. Nicht virtuos oder verfrickelt, sondern unterstützend, abwechslungsreich und sehr ausdrucksstark. Dank meines sehr guten Platzes konnte ich diesmal auch sehr gut die Arbeit von David Wallumrød würdigen. Ein toller Pianist.

Obwohl der Rahmen nicht ganz so superintim war wie im Bunker, gilt doch immer noch: diese Band versteht es, in unglaublich intimer und subtiler Weise auf der Bühne untereinander und mit dem Publikum zu kommunizieren. Sie sind ganz IN ihrer Musik. Wer hiervon nicht berührt ist, der hat ein Herz aus Stein.