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Samstag Nacht

Die 29-jährige Frau, die ihr drittes Kind auf dem Klo bekommt. Die Schwangerschaft war von Familie, Kindsvater und der örtlichen Gynäkologenzunft unbemerkt geblieben. Kein Mutterpass, keine Ultraschalle, keine Anmeldung in irgendeiner Klinik. Das Ganze spielte sich ab im Haus ihrer Eltern, die Mutter lallend im Jogginganzug, Spritflaschen überall, volle Aschenbecher, Klamotten, Gerümpel. Das Kind gottseidank wohlauf, aber noch an der Nabelschnur und der inzwischen im Klo liegenden Plazenta hängend. Okay. keine weiteren Details.

Die Frau währenddessen unbekümmert, scham-los und un-verschämt, froh, auf diese Weise ein kostenloses Taxi in die Geburtsklinik bekommen zu haben. Die Wehen hatten 6 Stunden vorher begonnen, inzwischen war es drei Uhr morgens.  

Das über 70-jährige Ehepaar, das in einer chic eingerichteten Altbauwohnung über zwei Stockwerke wohnt, die einzig durch eine 1 m breite, steile Wendeltreppe verbunden sind. Um die Treppe zu erreichen, muss vorher ein maximal 60 cm breiter Durchgang passiert werden. Überflüssig, zu erwähnen, dass Schlaf-, Arbeits- und Badezimmer oben liegen. Und dass die Frau ein kleines kardiologisches Problem hat (um 4:30h. Beschwerdebeginn wie üblich ca. 6 Stunden vorher). Der Mann möchte, dass wir seine Frau runter tragen. Ich stelle ihn vor die Wahl: entweder sie geht selbst runter oder wir holen die Drehleiter und die Nachbarn bekommen was zu sehen. Sie geht. Immerhin: out-of-bed-time <30min.

Die besoffenen Jugendlichen, die kurz danach vor meinem (geöffneten) Fenster Furzwettbewerbe abhalten.