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zweites Schallloch für akustische Gitarre

Die Idee ist nicht neu: ein Schallloch in der Zarge kann bei akustischen Gitarren den Klang, den der Spieler hört, verbessern. Einige Gitarrenbauer machen das schon länger. Da ich seit kurzem zwei identische Art & Lutherie AMI Parlor-Gitarren habe, wollte ich das nun mal selbst versuchen. Ein kurzes Gespräch mit dem Gitarrenbauer meines Vertrauens hat gereicht, um mich dafür zu rüsten.

Man nehme: 1 Bohrmaschine, 1 8er Holzbohrer, ein Puk-Sägeblatt, Schleifpapier in 100er, 200er und 400er Stärken, 1 Stück Rundstab mit ca. 4cm Durchmesser, 1 Stück doppelseitiges Klebeband.

Zunächst aber muss man sich eine Schablone in der gewünschten Form des Schalllochs erstellen. Ich habe mir am Rechner ein Oval gezeichnet, dieses ausgedruckt und ausgeschnitten, auf die Zarge gelegt und den Umriss mit Edding übertragen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Reifchen im Inneren des Korpus nicht tangiert werden. Es empfiehlt sich, einen Abstand von mindestens 15mm zu Decke und Boden einzuhalten.

Dann bohrt man innerhalb des Ovals mehrere Löcher und sägt anschließend – wieder innerhalb des Ovals – das Loch aus. Nun nimmt man den Rundstab, beklebt ihn mit doppelseitigem Klebeband und wickelt das Schleifpapier herum. Damit schleift man das Loch sauber aus, zuerst mit dem 100er, dann mit dem 200er und zuletzt mit dem 400er Papier.

So sieht das bei meiner Gitarre aus:

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Man sieht, dass das Loch an zwei Stellen minimal ausgefranst ist, aber für den ersten Versuch nicht schlecht, oder? Nun könnte man noch den Rand des Loches „verkleiden“ bzw. mit einem Binding versehen.

Von vorne sieht man nix:

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Das Ergebnis ist klanglich beeindruckend, es kommt einfach viel mehr beim Spieler an. Zur besseren Demonstration kann man jemanden bitten, das Loch während des Spielens mal zuzuhalten und dann wieder zu öffnen. Auch scheint der Klang „nach vorne raus“ nicht beeinträchtigt. Sehr empfehlenswert.